Energiestandort Lingen

Arbeitsplatzuntersuchung der elektromagnetischen Felder (EMF)

Am Standort Lingen (Ems), bekannt für das Gaskraftwerk Emsland (KEM) sowie das 2023 stillgelegte Kernkraftwerk Emsland (KKE), treibt RWE den Ausbau der grünen Wasserstoffwirtschaft sowie der Erneuerbaren Energien voran. Neben einer Elektrolyse-Anlage zur Wasserstoff-Erzeugung im industriellen Maßstab (300 MW), die 2027 in Betrieb gehen soll, ist bereits jetzt eine H2-Pilotanlage sowie einer der größten Batteriespeicher Deutschlands in Betrieb. Müller-BBM Industry Solutions untersuchte die von den energietechnischen Anlagen ausgehenden elektromagnetischen Felder (EMF) an Arbeitsplätzen. Ziel war es, mögliche Gefährdungen für Mitarbeitende auszuschließen – insbesondere für Personen mit aktiven Implantaten wie Herzschrittmachern.

Auf einen Blick

Kunde:RWE
Branche:Energieversorgung
Objekt:Energiestandort Lingen
Expertise:EMF-Arbeitsplatzmessung
Ort & Zeitraum:Lingen (Ems), Niedersachsen
April und September 2025

Standortkarte

Ausgangslage

RWE betreibt am Standort Lingen im niedersächsischen Emsland ein Gasturbinen- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD-Anlage) mit drei Blöcken sowie einen Batteriegroßspeicher. Die Kraftwerksblöcke dienen der Stromerzeugung, wobei aus dem Block D auch Wärme ausgekoppelt werden kann. Durch das schnelle Anfahren können die Kraftwerkblöcke Fluktuationen der erneuerbaren Energien (Windkraft, Photovoltaik) flexibel ausgleichen.

Auftrag

Ziel des Projekts war die Erfassung und Bewertung der EMF-Exposition an relevanten Arbeitsplätzen auf dem Betriebsgelände. Der Auftrag steht im Kontext der RWE-Initiative „Mission Zero“, die auf die vollständige Vermeidung von Arbeitsunfällen und Risiken abzielt.

Messung

Die Müller-BBM Industry Solutions identifizierte und maß die relevanten EMF-Quellen, dazu gehören insbesondere Leiter und Anlagen mit hohen Stromstärken und Spannungen. Die Messwerte wurden anhand der Verordnung zum Schutz vor Gefährdung durch elektromagnetische Felder (Arbeitsschutzverordnung zu elektromagneti­schen Feldern – EMFV) in Verbindung mit den technischen Regeln zur Umsetzung dieser Verordnung (TREMF) bewertet.

Ergebnis

Die EMF-Messungen zeigen, dass im unmittelbaren Umfeld einzelner Anlagen die zulässigen Werte für Personen mit aktiven Implantaten überschritten werden. Durch gezielte Maßnahmen, wie etwa die Kennzeichnung der identifizierten Kabel, Pumpen, usw. sowie das Einhalten von Sicherheitsabständen, lassen sich Risiken für beruflich exponierte Personen mit Herzschrittmachern minimieren. In Büro- und Verwaltungsbereichen besteht keine Gefährdung durch EMF, auch nicht durch nahegelegene Freileitungen. Außerdem wurden mit Hilfe eines Feldberechnungsprogramms die zu erwartenden elektrischen und magnetischen Felder auf ausgewählten Brachflächen simuliert. Das Ergebnis: Die untersuchten Bereiche eignen sich überwiegend für die Aufstellung weiterer Bürocontainer.


Erfahren Sie mehr über unsere Fachgebiete

Arbeitssicherheit

Mehr erfahren

Elektromagnetische Felder

Mehr erfahren