Brand- und Explosionsschutz für eine Wasserstoff­erzeugungsanlage

Die Stadtwerke Düsseldorf AG plante die Errichtung einer Wasserstofferzeugungsanlage. Müller-BBM Industry Solutions entwickelte hierfür ein Brand- sowie ein Explosionsschutzkonzept, das die spezifischen Gefährdungen durch Wasserstoff berücksichtigt.

Auf einen Blick

Kunde:Stadtwerke Düsseldorf AG
Branche:Energieversorgung
Objekt:Wasserstofferzeugungsanlage
Expertise:

Anlagensicherheit

  • Brandschutzkonzept
  • Explosionsschutzkonzept
Ort & Zeitraum:Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen
September 2023 - Mai 2026

Ausgangslage

Die Stadtwerke Düsseldorf AG plante die Errichtung einer Wasserstofferzeugungsanlage zur Versorgung einer benachbarten Wasserstofftankstelle. Die Anlage umfasst mehrere Technikcontainer mit einer PEM-Elektrolyse zur Erzeugung von Wasserstoff aus demineralisiertem Wasser und elektrischem Strom.

Aufgrund der Eigenschaften von Wasserstoff als entzündbares Gas waren neben den Anforderungen des Brandschutzes auch die Aspekte des Explosionsschutzes zu bewerten und geeignete Schutzmaßnahmen festzulegen.

Auftrag

Müller-BBM Industry Solutions erstellte und aktualisierte das Brand- und Explosionsschutzkonzept für die geplante Wasserstofferzeugungsanlage. Dabei erfolgte die Bewertung unter Berücksichtigung der landesspezifischen bauordnungsrechtlichen Brandschutzanforderungen sowie der einschlägigen gefahrstoffrechtlichen Vorschriften und Regelwerke. Neben der Definition erforderlicher brandschutztechnischer Maßnahmen analysierten wir die Prozesse und Anlagenbereiche hinsichtlich möglicher Explosionsgefährdungen und legten, in Abstimmung mit dem Kunden, geeignete Explosionsschutzmaßnahmen für einen sicheren Betrieb fest.

Brandschutzkonzept

Im Rahmen des Brandschutzkonzepts wurden die örtlichen Gegebenheiten, die Anlagenausführung sowie potenzielle Brand- und Gefährdungsszenarien bewertet. Darauf aufbauend wurden die erforderlichen baulichen, anlagentechnischen und organisatorischen Brandschutzmaßnahmen festgelegt.

Das Konzept umfasst die gemäß § 9 BauPrüfVO NRW erforderlichen Angaben, insbesondere zu: 

  • der Löschwasserversorgung
  • den Flächen für die Feuerwehr
  • den Rettungswegen
  • Brandmelde- und Alarmierungsanlagen
  • Rauch- und Wärmeabzugsmaßnahmen
  • technischen Brandschutzeinrichtungen sowie
  • betriebliche Maßnahmen zur Brandverhütung und Brandbekämpfung

Darüber hinaus wurden mögliche Abweichungen von baurechtlichen Vorgaben bewertet und geeignete Kompensationsmaßnahmen entwickelt, um ein gleichwertiges Sicherheitsniveau bzgl. des brandschutztechnischen Schutzziels sicherzustellen.

Explosionsschutzkonzept

Im Explosionsschutzkonzept wurden die wasserstoffführenden Anlagenteile der PEM-Elektrolyse hinsichtlich möglicher Freisetzungen und der Bildung explosionsfähiger Atmosphären untersucht. Auf dieser Grundlage erfolgten die Zoneneinteilung sowie die Festlegung technischer und organisatorischer Schutzmaßnahmen. 

Das Konzept wurde anschließend in ein Explosionsschutzdokument gemäß § 6 Abs. 9 GefStoffV überführt, das die Gefährdungsbeurteilung, die Festlegung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen sowie die Bewertung aller explosionsschutzrelevanten Anlagenbereiche umfasst. Dadurch konnten potenzielle Explosionsrisiken minimiert und die Voraussetzungen für einen sicheren und regelkonformen Anlagenbetrieb geschaffen werden.

Ergebnis

Das entwickelte Brand- und Explosionsschutzkonzept schaffte die Voraussetzungen für die sichere und regelkonforme Errichtung und den Betrieb der geplanten Wasserstofferzeugungsanlage. Unter Berücksichtigung der festgelegten Maßnahmen bestehen aus brandschutz- und explosionsschutztechnischer Sicht keine Bedenken gegen den Betrieb der Anlage.


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