Wie können Städte und Gemeinden wirksam auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren? Welche Werkzeuge stehen Kommunen heute zur Verfügung – und wie lassen sich diese sinnvoll einsetzen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Fachveranstaltung „Stadt.Klima.Zukunft – Werkzeuge und Wege für kommunalen Klimaschutz“, die am 24. Februar in Planegg stattfand.
Rund 60 Teilnehmende aus Kommunen, Behörden und der Industrie kamen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Lösungsansätze auszutauschen. Vertreten waren insbesondere Klimaschutzmanager*innen, Nachhaltigkeitsbeauftragte, Klimaanpassungsmanager*innen, Klimanetzwerkende, Stadtplaner*innen, Klimamanager*innen aus der Industrie sowie Mitarbeitende von Beratungsorganisationen.
Nach einem Grußwort von Dr. Jörg Degen (Stadt Planegg) eröffnete Miriam Wagner‑Jacht (Deutscher Wetterdienst) die Fachvorträge mit einem Einblick in die Attributionsforschung und der Frage, wie sich Klimawandel und Wetterextreme wissenschaftlich einordnen lassen.
Im Anschluss zeigte Matthias Winkler (Fraunhofer‑Institut für Bauphysik IBP), wie Stadtklimaanalysen mit PALM‑4U im kommunalen Kontext eingesetzt werden können. Ergänzend stellte Dr. Johannes Sander (Müller‑BBM Industry Solutions GmbH) weitere Werkzeuge und Tools zur Stadtklimaanalyse vor und ordnete deren Anwendungsmöglichkeiten praxisnah ein.
Einen Überblick über den Status quo der kommunalen Klimaanpassung in Bayern gab Dr. Anne von Streit (Ludwig‑Maximilians‑Universität). Wie Kommunen gemeinsam klimafit werden können – und welche Voraussetzungen dafür nötig sind – beleuchtete Franziska Allerberger (alpS GmbH | Ingenieurbüro für Klimawandelmanagement).
Rechtliche Aspekte standen im Mittelpunkt des Beitrags von Lukas Muffler (AVR – Andrea Versteyl Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB), der aufzeigte, wie Klimaschutz durch Bauleitplanung und städtebauliche Verträge wirksam unterstützt werden kann. Den Abschluss bildete Dr. Katharina Baumann (Müller‑BBM Industry Solutions GmbH) mit einem Vortrag zur SuperResolution in der Stadtklimaanalyse. Sie zeigte auf, wie Methoden der künstlichen Intelligenz und neuronale Netze genutzt werden, um hochaufgelöste Klimadaten aus vergleichsweise groben Eingangsdaten zu erzeugen und damit neue Möglichkeiten für präzisere Analysen und fundierte Entscheidungsgrundlagen in Kommunen zu schaffen.
Die Veranstaltung bot nicht nur fundierte Fachimpulse, sondern auch Raum für intensiven Austausch, Diskussionen und Vernetzung. Deutlich wurde: Klimaschutz und Klimaanpassung in Kommunen erfordern interdisziplinäre Ansätze, belastbare Daten und eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Verwaltung, Planung und Praxis.
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