Geruchsimmissionsprognose für lokale Imbissbetriebe
Wenn sich mehrere Imbissbetriebe mit Holzkohlegrills in direkter Nachbarschaft befinden, kann die Geruchssituation schnell zur Herausforderung werden. In Gelsenkirchen stand daher die Frage im Raum, wie sich die Belastung fachlich fundiert erfassen und bewerten lässt. Unser Projekt zeigt, mit welchen Methoden und Ansätzen auch komplexe Geruchssituationen transparent und belastbar analysiert werden können.
Auf einen Blick
| Kunde: | Stadt Gelsenkirchen (Referat Umwelt) |
| Branche: | Gastronomie / Imbissbetriebe |
| Objekt: | Holzkohlegrills von Imbissbetrieben |
| Expertise: | Geruchs-Emissionsmessungen / Geruchs-Ausbreitungsrechnungen |
| Ort & Zeitraum: | Gelsenkirchen März 2025 |
Ausgangslage
Im Gelsenkirchener Stadtteil Horst kommt es aufgrund von Geruchsimmissionen durch mehrere benachbart betriebene Holzkohlegrills zu anhaltenden Beschwerden. Drei gastronomische Betriebe mit teils überlappenden Öffnungszeiten führen zu einer kumulativen Emissionsbelastung. Es besteht die Annahme, dass dadurch der zulässige Immissionswert nach TA Luft an relevanten Immissionsorten überschritten wird.
Auftrag
Zur Beurteilung der Geruchsemissionen und -immissionen hat das Referat Umwelt der Stadt Gelsenkirchen die Niederlassung Gelsenkirchen der Müller-BBM Industry Solutions mit der Durchführung von Geruchs-Emissionsmessungen sowie der Erstellung einer Geruchs-Immissionsprognose beauftragt.
Messung
Die Geruchs-Emissionsmessungen nach DIN EN 13725:2022 i.V.m. VDI 3884 Bl. 1 wurden bei verschiedenen Betriebszuständen (Anzünden sowie bei Teil- und Volllast) in der Abluft der Holzkohlegrills sowie zusätzlich in der Küchenabluft der jeweiligen Betriebe durchgeführt. Es waren ausschließlich die Geruchswahrnehmung, nicht jedoch andere Luftschadstoffe, Bestandteil der Untersuchung. Neben den ermittelten Emissionsdaten floss ein 3D-Modell der umgebenden Bebauung sowie die für den Standort räumlich und zeitlich repräsentativen meteorologischen Daten in die Berechnung der Geruchsausbreitung ein.
Methodisch wird die Geruchsausbreitungsberechnung nach TA Luft, insbesondere nach deren Anhängen 2 und 7 sowie VDI 3783 Blatt 13 durchgeführt. Auf Grund der dichten Bebauungsstruktur im Untersuchungsgebiet und der Ableitbedingungen der Emissionsquellen erfolgten die vorgelagerten Windfeldberechnungen mit dem mikroskaligen Windfeldmodell MISKAM.
Ergebnis
Im Rahmen von Ortsbesichtigungen wurden die Abluftströme der Holzkohlegrills und Küchen als relevante Geruchsquellen identifiziert. Die Geruchsstoffemissionen der einzelnen Holzkohlegrillanlagen unterscheiden sich in Teilen deutlich voneinander. Zudem ist das Emissionsverhalten der einzelnen Holzkohlegrillanlagen ebenfalls relevanten zeitlichen Variationen unterworfen. Ursächlich für die unterschiedlichen Emissionsverhalten der Anlagen untereinander können dabei sowohl die Bauart und Größe der Holzkohlegrills, die Art und Qualität des eingesetzten Grillguts sowie der eingesetzten Grillkohle, die Handhabung des Grills und des Grillguts während des Grillvorgangs und die Art und Häufigkeit der Reinigung sein.
Unter Berücksichtigung der ermittelten Emissionsparameter, der Betriebszeiten der Betriebe und den weiteren Eingabeparametern des Ausbreitungsmodell wurde mittels der durchgeführten Ausbreitungsrechnung eine Immissionssituation prognostiziert, welche eine Überschreitung der im Anhang 7 der TA Luft aufgeführten Immissionswerte in Teilen des Untersuchungsgebietes darlegt.
Im Weiteren sind nun mit allen Beteiligten Konzepte zu erarbeiten, wie die Immissionssituation verbessert und das Konfliktpotential gesenkt werden kann.
Zur Reduzierung der Geruchsimmissionen wurden darauf als prinzipielle Maßnahmen empfohlen:
- eine Anpassung der Betriebszeiten der Holzkohlegrills ohne Einschränkung der Öffnungszeiten der Betriebe
- eine regelmäßige und gründliche Reinigung der Grill- und Abluftanlagen
- eine Anpassung der Ableitbedingungen, sofern mit verhältnismäßigen Maßnahmen umsetzbar
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Emissionsmessungen