Grinding von Pflastersteinen
Begleitung von Schleifarbeiten mit Erschütterungsanalysen sowie CPX- und SPB-Messungen
Das Natursteinpflaster im Berliner Bezirk Pankow wurde im sogenannten “Grinding”-Verfahren abgefräst. Das Kopfsteinpflaster bleibt – wird aber so bearbeitet, dass künftig Radfahren komfortabel auf der Straße möglich wird. Müller-BBM Industry Solutions wurde beauftragt, die Erschütterungen während der Schleifarbeiten sowie die Lärmbelastung für die Umgebung im Vorher-Nachher-Vergleich zu erfassen.
Auf einen Blick
| Kunde: | Fräsdienst-Service E. Feind GmbH (im Auftrag von GB infraVelo GmbH) |
| Branche: | Bau- und Straßenbau |
| Objekt: | Grinding von ca. 3.600 m² Großsteinpflaster t: bis 3 cm 1.300 m Herstellen einer Randfase |
| Expertise: | Erschütterungsschutz, (Lärm-)Immissionsschutz |
| Ort & Zeit: | Hufelandstraße, Pankow-Berlin Messungen im Oktober 2025 & März 2026 (zweiwöchige Baumaßnahmen) |
Ausgangslage
Die Hufelandstraße ist eine stark genutzte Radverbindung in Pankow, doch das historische Pflaster ist uneben geworden:
Höhenversätze und Kanten erschweren das Fahren, mindern den Komfort und erhöhen vor allem bei Nässe oder Dunkelheit das Sturzrisiko.
Auftrag
Durch das Glätten der Oberfläche und das Reduzieren der Kanten wird die Strecke spürbar sicherer und komfortabler – ohne den historischen Charakter aufzugeben. Das Verfahren ist zudem eine nachhaltige und kosteneffiziente Möglichkeit, die bestehende Struktur zu erhalten und eine Komplettsanierung mit Asphalt und daraus entstehender Flächenversiegelung zu verhindern.
Erschütterungsmessungen
Beim Schleifprozess lassen sich Vibrationen im Untergrund nicht vollständig ausschließen – doch wie wirken sie sich auf angrenzende Gebäude aus?
Um Klarheit zu schaffen, begleiteten wir die Schleifarbeiten mit professionellen Erschütterungsmessungen (Erschütterungsmonitoring). Dabei erfassten wir die Erschütterungsimmissionen direkt an einem Messpunkt im benachbarten Wohngebäude und führten zusätzlich Ausbreitungsmessungen durch, um belastbare Prognosen für die Umgebung zu erstellen.
CPX- und SPB-Messungen
Zum Nachweis wurden Nahfeldmessungen (CPX) mit genormten PKW‑ und LKW‑Reifen bei 30 km/h durchgeführt. Dabei erfassen Mikrofone direkt am Reifen den straßengebundenen Geräuschpegel; die Messungen sind geo‑referenziert. Ergänzend fanden statistische Vorbeifahrtsmessungen (SPB) statt, bei denen in 7,5 m Abstand zur Fahrstreifenmitte gemessen wird, um die Wirkung auf Fußgänger abzubilden.
Ergänzung
Fräsdienst Feind hat des Weiteren eine Fugensanierung durchgeführt, um die Fugen auf die gleiche Höhe der Pflastersteine zu setzen. Dadurch sollen Lärmemissionen zusätzlich verringert werden. Eine ganzheitliche Einordnung ist allerdings erschwert, weil keine dritte Messung dieser Maßnahme vorgesehen sind. Die Endergebnisse lassen sich anhand eines ähnlichen Projekts im Priesterweg vergleichen.
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