Niederfrequenter Sekundärluftschall aus dem Langhantelbereich eines Fitnessstudios

In einem innerstädtischen Multifunktionsgebäude kam es durch Geräusche aus dem Langhantelbereich eines Fitnessstudios zu Nutzungskonflikten mit angrenzenden Wohnungen. Auf Basis detaillierter Messungen wurden die Ursachen analysiert und geeignete Schallschutzmaßnahmen entwickelt.

Auf einen Blick

Branche:Gesundheits- und Fitnessbranche
Objekt:Fitnessstudio
Expertise:Schall- und Schwingungsmessungen
Spezial-Bauakustik
Ort & Zeitraum:Hamburg
2026

Ausgangslage

Ein Multifunktionsgebäude in zentraler Innenstadtlage vereint unterschiedliche Nutzungen unter einem Dach. Während sich im Untergeschoss Tiefgaragen und im Erdgeschoss Ladeneinheiten sowie ein Fitnessstudio befinden, werden die oberen Geschosse zu Wohnzwecken genutzt. Im Betrieb des Fitnessstudios traten störende Schallimmissionen in angrenzenden Nutzungsbereichen auf.

Auftrag

Müller-BBM Industry Solutions wurde mit der Untersuchung der Immissionssituation in den darüberliegenden Wohnungen und benachbarten Gewerbeeinheiten beauftragt. Im Fokus standen dabei sekundäre Luftschallimmissionen.* Dabei werden Erschütterungen, die aus dem Aufprall der Hanteln resultieren, über die Gebäudestruktur weitergeleitet und in den angrenzenden Räumen als hörbare Geräusche abgestrahlt.

* Für die Beurteilung der sekundären Luftschallimmissionen aus dem Fitnessstudio standen keine verbindlichen Regelwerke oder Richtwerte zur Verfügung. Die Bewertung der Wohnnutzung erfolgte daher hilfsweise anhand der TA Lärm, bei tieffrequenten Geräuschen zusätzlich nach DIN 45680.

Messungen

Voruntersuchungen

Erste Messungen unter Extremanregung zeigten, dass selbst bei einem hochwertigen Sportboden mit schwerem, schwimmendem Estrich störende Schall- und Erschütterungsimmissionen aus dem Langhantelbereich auftreten können. Als potenzielle, bereits vorhandene Minderungsmaßnahmen wurden spezielle Aufprallmatten sowie organisatorische Maßnahmen identifiziert.

Langzeituntersuchung

Das Messsystem des Langzeit-Monitorings bestand aus:

  • einem von Müller-BBM speziell programmierten Monitoringsystem
  • einem Triggermesspunkt im Fitnessstudio
  • Mikrofonen in den betroffenen Nutzungsbereichen

Die Messungen erfolgten über einen Zeitraum von vier Wochen. Das Monitoring erfasste gezielt impulshaltige Schallereignisse, die durch das Langhanteltraining verursacht wurden, und zeichnete deren Immissionen kontinuierlich über den Untersuchungszeitraum auf.

Ergebnis

Die Langzeitmessungen bestätigten die von den Nutzern beschriebenen Störereignisse und ermöglichten deren Zuordnung zu den tatsächlichen Betriebsabläufen des Fitnessstudios. Dabei zeigte sich, dass die untersuchten Schallereignisse insbesondere durch tieffrequente Anteile geprägt sind und, obwohl die Pegel mit sehr wenigen Ausnahmen regelkonform waren, deshalb auch bei vorhandenen Hintergrundgeräuschen wahrgenommen werden können. Die Untersuchungen lieferten eine belastbare Grundlage für die fachgerechte Bewertung der Immissionssituation und die Entwicklung geeigneter Maßnahmen direkt an der Quelle, die die Immissionen deutlich verträglicher machen.


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