Siemensstadt Square Berlin
Schalltechnische Untersuchung
Siemensstadt Square in Berlin entwickelt sich zu einem zukunftsweisenden Stadtquartier, in dem unterschiedliche Nutzungen auf engem Raum zusammenfinden. Damit entsteht ein anspruchsvolles akustisches Umfeld, das eine frühzeitige und präzise Planung erfordert. Müller‑BBM Industry Solutions begleitet das Projekt mit seiner Schallschutzexpertise.
Auf einen Blick
| Kunde: | Siemens AG |
| Branche: | Technologie |
| Objekt: | Plangebiet im Ortsteil Siemensstadt (34 Hektare) |
| Expertise: | Schallschutz |
| Ort & Zeitraum: | Berlin-Spandau 2019 - heute |
Ausgangslage
Der Masterplan Siemensstadt Square sieht eine umfassende Neuordnung des bestehenden, bereits bebauten Industrieareals im Ortsteil Siemensstadt vor. Während ein Teil der Industrieflächen gesichert und weiterhin gemäß bestehender Bebauungspläne genutzt wird, werden andere Teilbereiche im Rahmen des Angebotsbebauungsplans 5-123b zu Industrie- und Gewerbegebieten, urbanen Gebieten sowie allgemeinen Wohngebieten weiterentwickelt. Ergänzend sind diverse Freiflächen mit Erholungsfunktion vorgesehen.
Durch die räumliche Konzentration und Konsolidierung der bestehenden Industrie entstehen neue Entwicklungsflächen, gleichzeitig müssen einzelne Betriebe ihre Standortorganisation anpassen. Die geplante engere Verzahnung von Wohnnutzungen und gewerblich‑industriellen Nutzungen führt jedoch zu potenziellen Konflikten: Wohngebiete weisen einen hohen Anspruch auf Ruhe auf, während gewerbliche und industrielle Prozesse typischerweise mit relevanter Geräuscherzeugung verbunden sind. Neben dem Gewerbelärm wirken im Plangebiet zusätzlich Straßenverkehrslärm und Schienenverkehrslärm der benachbarten Siemensbahn.
Diese Gemengelage macht eine sorgfältige städtebauliche und immissionsschutzfachliche Planung erforderlich, um sowohl die Funktionsfähigkeit bestehender Betriebe zu sichern als auch hochwertige, lärmverträgliche Wohn- und Freiraumqualitäten zu ermöglichen.
Auftrag
Für die Entwicklung des Masterplans Siemensstadt Square wurde Müller‑BBM Industry Solutions mit einem umfassenden schalltechnischen Auftrag beauftragt. Ziel war es, die unterschiedlichen Nutzungen – Wohnen, Gewerbe, Industrie, Verkehr und öffentliche Freiräume – so miteinander zu verbinden, dass gesunde und zukunftsfähige Umweltbedingungen entstehen. Es wurden alle relevanten Regelwerke – DIN 18005, 16. und 18. BImSchV, TA Lärm, RLS‑19 und VDI 3770 – angewendet. Untersucht wurden dabei sowohl die auf das Gebiet einwirkenden als auch die vom Plangebiet ausgehenden Geräuschquellen.
Wir weisen im Projekt die Vollziehbarkeit der Planung nach, indem anhand typischer Industrie‑ und Gewerbeprozesse gezeigt wird, dass die vorgesehenen Nutzungen auch tatsächlich mit der angrenzenden Wohnbebauung vereinbar sind. So wird sichergestellt, dass die Planung später nicht an Genehmigungsverfahren scheitert. Dabei nutzen wir unser umfangreiches Know-how zu betrieblichen Abläufen und deren akustischen Kenndaten.
Frühzeitige Beratung im städtebaulichen Prozess
Bereits im städtebaulichen Wettbewerb lieferte Müller‑BBM Industry Solutions die schalltechnischen Rahmenbedingungen. So konnten die Planungsteams Lärmkonflikte früh erkennen und in ihren Entwürfen berücksichtigen.
In der weiteren Planung wurden Nutzungsmischung und Gebäudestellungen eng mit der Akustik abgestimmt – ein entscheidender Baustein für ein funktionierendes Nebeneinander von Wohnen und Gewerbe.
Lärmrobuste städtebauliche Lösungen
Um die absehbaren Gewerbelärmkonflikte zu vermeiden, entwickelten wir konkrete Maßnahmen:
- schützende Gewerberiegel mit definierten Mindesthöhen
- Maximalhöhen für Wohngebäude
- Geräuschkontingente für Industrie und Gewerbe
- Variantenstudien zu Lärmschutzwänden
- Integration dieser Ergebnisse in den Bebauungsplan
Verkehrs- und Bahnplanung
Mit der geplanten Reaktivierung der Siemensbahn spielte auch Schienenverkehrslärm eine zentrale Rolle.
Wir unterstützten die Abstimmungen mit der Deutschen Bahn und entwickelten wirtschaftliche und wirksame Lösungen – darunter niedrige Lärmschutzwände und Unterschottermatten. Auch der Straßenverkehrslärm wurde umfassend bewertet und in die Gesamtplanung integriert.
Schutz öffentlicher Freiräume
Die diversen Freiflächen, teils mit Erholungsfunktion, teils mit Spiel- und Sportbereichen mussten sowohl geschützt als auch in ihrer eigenen Lärmerzeugung betrachtet werden. Wir ermittelten zulässige Belastungen und lieferten Hinweise, welche sportlichen Nutzungen mit angrenzender Wohnbebauung verträglich sind. So wurden frühzeitig klare Rahmenbedingungen für die spätere Detailplanung geschaffen.
Ergebnis
Müller‑BBM Industry Solutions hat für Siemensstadt Square ein umfassendes Konzept zur Lösung aller relevanten Lärmkonflikte erarbeitet. Grundlage dafür war ein klar strukturierter Prüfprozess – von der Trennung der Nutzungen über Maßnahmen an der Quelle bis hin zu städtebaulichen Lösungen und passivem Schallschutz.
Dank der frühen Einbindung bereits im städtebaulichen Wettbewerb konnten zentrale Konflikte frühzeitig erkannt und in der städtebaulichen Konzeptplanung verankert werden. Das Ergebnis ist ein lärmrobuster Städtebau, der Wohnen, Gewerbe, Verkehr und öffentliche Freiräume verträglich miteinander verbindet.
Für den Bebauungsplan stellten wir präzise und praxisnahe Regelungsempfehlungen bereit, darunter Vorgaben zu Gebäudehöhen, Grundrissausrichtung, schützenden Gebäuderiegeln, besonderen Fensterkonstruktionen, Verkehrsmaßnahmen und Geräuschkontingenten. Diese Vorschläge ermöglichen eine zielgerichtete und effiziente Umsetzung, ohne dass alle Beteiligten tief in die technischen Details einsteigen müssen.
So entsteht ein Quartier, das sowohl planerisch tragfähig als auch langfristig genehmigungs- und konfliktarm ist – unterstützt durch die fachliche Expertise von Müller‑BBM Industry Solutions.
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