Jahrestagung
DAGA
52. Jahrestagung für Akustik
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Termin |
23.03.2026 – 26.03.2026 |
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Ort |
Maritim Hotel & Intern. CongressCenterDevrientstr. 10-1201067 Dresden |
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Teilnehmer*innen |
Beate Altreuther, Verena Gimpl, Christine Huth, Manuel Männel, Max Haberl, Andreas Müller, Pascal Thommen |
Das Congress Center Dresden bildet mit seiner modernen Architektur und seinem wunderbaren Ausblick auf die Elbe und die Dresdner Altstadt einen perfekten Rahmen für die DAGA 2026. Es erwarten Sie interessante wissenschaftliche Präsentationen und ein kreativer Austausch mit Fachkollegen. In vier Vorkolloquien und mehreren strukturierten Sitzungen zu aktuellen Themen, fachlichen Vorträgen und Postern, Fachausschusssitzungen und Exkursionen wird es viele Möglichkeiten geben, neue Informationen zu erhalten und sich fachlich auszutauschen.
Hier treffen Sie uns!
Vortrag (Mittwoch, 25. März, 11 Uhr)
Sound Power Level of Drones vs. Psychoacoustic Magnitudes
Christine Huth hält einen Vortrag zu folgendem Thema:
Sound Power Level of Drones vs. Psychoacoustic Magnitudes
- Mittwoch, 25. März 2026 von 11:00 bis 11:20 Uhr
- Seminar 3-4
Die Schalldruckpegel verschiedener Drohnen der Klassen C0/C1 wurden in einem reflexionsarmen Raum gemessen. Zusätzlich zum gemäß EU‑Verordnung 2019/945 erforderlichen Schallleistungspegel wurden mithilfe eines binauralen Systems (AVL‑Kunstkopf) Aufnahmen für psychoakustische Analysen der maßgeblichen Kenngrößen von Drohnengeräuschen – Lautheit, Schärfe und Tonalität – durchgeführt.
Es erfolgt ein Vergleich zwischen Schallleistungspegel und den psychoakustischen Parametern. Zur Parametrisierung wurden zudem Messungen mit unterschiedlichen Propellergeometrien (z. B. Anzahl der Blätter) und verschiedenen Lastzuständen durchgeführt. Auch für diese Datensätze werden die Unterschiede im Schallleistungspegel sowie in den psychoakustischen Parametern diskutiert.
Vortrag (Mittwoch, 25. März, 14 Uhr)
Kabellose, verteilte akustische Messsysteme zur präzisen Quellortung ohne Phasentreue
Manuel Männel hält einen Vortrag zu folgendem Thema:
Kabellose, verteilte akustische Messsysteme zur präzisen Quellortung ohne Phasentreue
- Mittwoch, 25. März 2026 von 14:00 bis 14:20 Uhr
- Saal 5
Die präzise Ortung von Schallquellen ist eine zentrale Herausforderung in der technischen Akustik. Klassische Verfahren basieren häufig auf kabelgebundenen Mikrofonarrays und phasentreuen Signalen, was den Installationsaufwand erhöht und die Flexibilität einschränkt. In dieser Arbeit wird ein Ansatz vorgestellt, der auf kabellosen, verteilten Messsystemen aus dem Consumer Bereich (Smartphones) basiert und dennoch eine hohe Genauigkeit ermöglicht. Die Signale werden unabhängig aufgezeichnet und über die GPS-Zeit synchronisiert. Für die Ortung werden zeitbasierte Verfahren eingesetzt, die keine Phasentreue erfordern. Neben der klassischen Zeitdifferenz der Ankunft (TDOA) kommen auch komplexere Methoden wie Hyperbel-basierte Triangulation, Mehrimpuls-Rhythmusabgleich und Least-Squares-Schätzungen zum Einsatz. Diese Verfahren nutzen die relativen Laufzeiten mehrerer Impulse, um robuste Ergebnisse auch bei Störgeräuschen und fehlender Phasenkohärenz zu erzielen. Experimentelle Untersuchungen zeigen, dass die vorgestellten Methoden eine gute Ortungsgenauigkeit erreichen und damit eine praktikable Alternative zu phasentreuen Arrays darstellen. Die Ergebnisse eröffnen neue Möglichkeiten für mobile und flexible Messanordnungen in großen Räumen oder im Außenbereich, ohne die Einschränkungen klassischer Systeme.
Vortrag (Mittwoch, 25. März, 14:20 Uhr)
Korrekte Quellidentifikation am Kraftmessprüfstand mittels In-Situ- Blocked-Force Methode
Verena Gimpl hält einen Vortrag zu folgendem Thema:
Korrekte Quellidentifikation am Kraftmessprüfstand mittels In-Situ-Blocked-Force Methode
- Mittwoch, 25. März 2026 von 14:20 bis 14:40 Uhr
- Konferenz 2
Die Entwicklung von Nebenaggregaten bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Kosteneffizienz und den steigenden NVH- Anforderungen der OEM. Klassische, umfangreiche Testkampagnen am Gesamtsystem werden zunehmend durch hybride Modellierungsansätze wie das Dynamic Substructuring (DS) ersetzt, die jedoch hochqualitative, testbasierte Modelle aktiver Komponenten erfordern. Die In-situ-Blocked-Forces-(BF)-Methode bietet hierfür eine effektive Lösung, da sie eine anbindungsunabhängige und somit übertragbare Charakterisierung aktiver Komponenten ermöglicht. Einmal ermittelte Blocked Forces können auf beliebige passive Systeme angewendet werden und reduzieren dadurch den Bedarf an physischen Tests. Zudem lassen sich mittels hybrider Modellierung virtuelle Parameterstudien durchführen, um die Wirksamkeit von Geräuschminderungsmaßnahmen, beispielsweise am Fahrer- bzw. Fahrgastohr oder für anderweitige Lärmbelastete, zu bewerten. Konventionelle Prüfaufbauten mit massiven Aufspannfeldern und Kraftmessdosen liefern aufgrund ihrer Nachgiebigkeit in höheren, aber relevanten Frequenzbereichen meist Schnittkräfte statt der benötigten Blocked Forces. In Kooperation zwischen VIBES.technology und Müller-BBM Industry Solutions wurde daher eine Untersuchung durchgeführt, bei der diese Einschränkung durch eine In-situ-BF-Bestimmung mit Kraftmessdosen als Indikatoren kompensiert wird. Die Ergebnisse zeigen, dass die Methode die Genauigkeit frequenzbasierter Modelle deutlich erhöht und so eine effizientere NVH-Entwicklung von Nebenaggregaten ermöglicht.
Vortrag (Mittwoch, 25. März, 17 Uhr)
Ein neuer H-Reifen für CPX-Messungen
Unsere Kollegin Beate Altreuther hält einen Vortrag zu folgendem Thema:
Ein neuer H-Reifen für CPX-Messungen
- Mittwoch, 25. März 2026 von 17:00 bis 17:20 Uhr
- Saal 5
Die CPX-Methode ist eine Standardmethode zur Beurteilung der akustischen Eigenschaften von Straßenoberflächen. Die Referenzreifen, die mit diesem Verfahren verwendet werden sollen, sind in DIN ISO/TS 11819-3 festgelegt. Der darin genannte Reifen H1 (AVON AV4), der zur Charakterisierung des Reifen-/Fahrbahngeräuschs von Lkw verwendet wird, wird seit Ende 2014 nicht mehr produziert. Die Reifenhärte nimmt mit zunehmender Laufleistung und dem Alter zu, daher ist die Lebensdauer der noch im Einsatz befindlichen H1-Reifen begrenzt: sie nähern sich der in DIN ISO/TS 11819-3 festgelegten Obergrenze der Shore-Härte. Dies macht es notwendig, einen geeigneten Ersatz für AVON AV4 zu finden. Unter Projektförderung durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) und unter Begleitung der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) hat ein Konsortium aus allen Anbietern von CPX-Messungen in Deutschland das Projekt FE 04.0340/2021/AGB „Methodik zur Auswahl eines neuen H-Messreifens für das CPX-Verfahren“ bearbeitet und einen neuen H-Reifen (nachfolgend: H2-Kandidat) vorgeschlagen. Für diesen H2- Kandidaten wurden die Korrekturfaktoren für Lufttemperatur und Shorehärte sowie ein Verfahren für die Umrechnung von Ergebnissen mit dem Referenzreifen und dem H2-Kandidaten ermittelt. Darüber hinaus wurde das in diesem Projekt angewandte Verfahren in einem Handbuch als Anleitung für die zukünftige Wahl neuer Referenzreifen beschrieben.
Vortrag (Donnerstag, 26. März, 08:40 Uhr)
Stadtklanggestaltung als Erweiterung zum klassischen Lärmschutz
Unser Kollege Max Haberl hält einen Vortrag zu folgendem Thema:
Stadtklanggestaltung als Erweiterung zum klassischen Lärmschutz
- Donnerstag, 26. März 2026 von 08:40 bis 09:00 Uhr
- Konferenz 6
Mit der zunehmenden Verdichtung der Städte gewinnen öffentliche Freiflächen an Bedeutung. Gleichzeitig sind vermehrt Lärmkonflikte zu erwarten. Bislang konzentrieren sich Lärmschutzkonzepte vorwiegend auf die physikalischen Eigenschaften von Geräuschen. Der Klang der Stadt ist jedoch mehr als nur physikalische Parameter: Er ist wichtig für unsere Alltagserfahrungen und sozialen Interaktionen. Geräusche können sich positiv auf unser Wohlbefinden auswirken, unsere Orientierung fördern und unsere sozialen und kulturellen Bindungen stärken. In diesem Zusammenhang ist ein umfassender Ansatz erforderlich, um die städtische Klangumwelt angemessen zu gestalten und Lärmkonflikten entgegenzuwirken. In diesem Beitrag wird anhand von Beispielen analysiert, welche Bedingungen für das Hörerleben in einem bestimmten städtischen Kontext entscheidend sind. Daraus werden Mittel und Instrumente für die Gestaltung der städtischen Geräuschkulisse abgeleitet. Die Einbeziehung dieser Mittel und Instrumente in die Stadtplanung kann einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung hochwertiger urbaner Orte und Situationen sowie zur Erweiterung herkömmlicher Lärmschutzmaßnahmen leisten. Von einer solchen umfassenden Gestaltung der urbanen Klanglandschaft profitieren nicht nur die Stadtbewohner, sondern auch Kommunen, Behörden und Investoren.
Vortrag (Donnerstag, 26. März, 10:40 Uhr)
Generische Schiffsmodelle für maschinelles Lernen
Unser Kollege Andreas Müller hält einen Vortrag zu folgendem Thema:
Generische Schiffsmodelle für maschinelles Lernen
- Donnerstag, 26. März 2026 von 10:40 bis 11:00 Uhr
- Konferenz 5
Diese Studie beschreibt ein Rahmenwerk zur Erstellung generischer Schiffs‑Signaturmodelle für die Simulation von Unterwasser‑Schallemissionen. Ziel ist es, umfassende Datensätze für Anwendungen des maschinellen Lernens in der maritimen Akustik bereitzustellen. Durch abstrahierte Schiffsgeometrien und Antriebseigenschaften ermöglichen die Modelle skalierbare und reproduzierbare Simulationen.
Die synthetischen Datensätze decken vielfältige Betriebs- und Umweltbedingungen ab und bilden eine robuste Grundlage für KI‑Systeme zur Erkennung, Klassifikation und Analyse akustischer Signaturen. Der Ansatz unterstützt die Entwicklung intelligenter Verfahren für Unterwasserüberwachung, Umweltmonitoring und marine Forschung.
Studien wie Lyu et al. (2025), Du & Hong (2024) und Liu et al. (2015) belegen die Wirksamkeit solcher Datensätze für Deep‑Learning‑Modelle. Um realistische Schiffsdurchfahrts‑Szenarien abzubilden, wird zudem die erforderliche Modellierungstiefe diskutiert – einschließlich Quellenmodellierung und Schallausbreitung.
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Celina Mirlach+49 (89) 85602-132 +49 (89) 85602-111 celina.mirlach@mbbm-ind.com Planegg/München